Grand Tour Caspar Wolf, 2020–2021

Der Murianer Maler Caspar Wolf (1735–1783) gilt als Pionier der europäischen Gebirgsmalerei. In der Hochblüte der Aufklärung – vor genau 250 Jahren – hat er mit seinen Landschaftsbildern die wissenschaftliche Erforschung der Alpen begleitetet und befördert. Wolfs Gemälde sind nicht nur in künstlerischer Hinsicht wertvolle Dokumente ihrer Zeit, sondern zugleich seltene Zeugnisse der damaligen Beschaffenheit der von ihm abgebildeten Landschaften. Nicht von ungefähr dienen sie heute der Wissenschaft, beispielsweise der Glaziologie, als verlässliche Bildquellen.


Wie sehen Caspar Wolfs Schauplätze heute aus? Was verrät ihr heutiger Zustand über den Wandel der Zeiten? Im Rahmen eines zweijährigen künstlerischen Forschungsprojekts haben sich 20 Künstlerinnen und Künstler auf einer fiktiven GRAND TOUR durch die Zentralschweiz und das Haslital auf die Spuren des vorromantischen Landschaftsmalers Caspar Wolf begeben. Was sie dort – in unserer Lebensumgebung – angetroffen haben, erfassten sie in symbolisch-bildlicher Weise mit ihren spezifischen künstlerischen Mitteln.


Am Projekt, das unter der Leitung des Kurators Peter Fischer entwickelt und realisiert wurde, waren beteiligt: Georg Aerni, Esther Amrein & Rosângela de Andrade, Brigitt Bürgi, Dario Cavadini, Jeroen Geel, Moritz Hossli, Andrina Jörg, Sara Masüger, Monika Müller, Victorine Müller, Bruno Müller-Meyer, Sadhyo Niederberger, Chantal Quéhen, Nina Steinemann mit Claudia Schwingruber & Corina Schwingruber Ilić, George Steinmann, Andreas Weber, Véronique Zussau. Vermittelt wurde GRAND TOUR CASPAR WOLF in einer Ausstellung in Muri im dort beheimateten Museum Caspar Wolf, dem benachbarten Singisen Forum sowie dem Kunsthaus Villa Wild (23.4.–7.8.2022) sowie in einem begleitenden Katalog und auf www.grandtourcasparwolf.ch.